WaldbewirtschafterInnen beobachten Biodiversität

Bildungsveranstaltungen

Veranstaltungsrückblick

Veranstaltung „Naturnahe Waldbewirtschaftung im Dauerwald – Ein multifunktionales Waldbild für die Zukunft?“

Am 27. November 2018 fand die fünfte Bildungsveranstaltung im Rahmen des Projektes in Oberösterreich, Bezirk Vöcklabruck, statt. Das Programm mit allen Details und Vortragenden finden Sie hier.

In Zeiten des Klimawandels verändern sich die ökologischen Rahmenbedingungen in unseren Wäldern und die Forstwirtschaft steht vor großen waldbaulichen und betriebswirtschaftlichen Herausforderungen – von der extremen Trockenheit bis hin zur Ausbreitung von Schadorganismen wie dem Borkenkäfer. Wir haben deshalb die Verantwortung, für die kommenden Generationen vorausschauend zu gestalten. Das bedeutet vor Allem auch, die heimische Vielfalt zu nutzen und die natürlichen Waldleistungen zu fördern. Eine naturnahe Bewirtschaftung und vielfältige Wälder können hierfür die nötige Stabilität und Resilienz unterstützen und gewährleisten. Der naturnahe Waldbau setzt genau hier an.

Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten rund 30 WaldbewirtschafterInnen gemeinsam mit den ExpertInnen der Universität für Bodenkultur, Pro Silva und der Landwirtschaftskammer Oberösterreich über naturnahe Bewirtschaftungsprinzipien im Dauerwald und setzten sich mit der Förderung der Vielfalt und Resilienz im Wald auseinander.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier. Die Präsentationen zu den einzelnen Vorträge sind hier zum nachlesen.

Veranstaltung Naturnahe Waldbewirtschaftung

Veranstaltungsrückblick

Veranstaltung „Eschentriebsterben – Gibt es Alternativen? Welche?“

Am 9. November 2018 fand die vierte Bildungsveranstaltung im Rahmen des Projektes in der Landwirtschaftlichen Fachschule Bruck an der Glocknerstraße statt. Das Programm mit allen Details und Vortragenden finden Sie hier.

Aktuell verändern sich die ökologischen Rahmenbedingungen in unseren heimischen Wäldern drastisch, gebietsfremde Arten wandern zu uns ein und bereiten den heimischen Waldbewirtschaftern Probleme. Im Rahmen der Veranstaltung setzten sich die TeilnehmerInnen mit dem Eschentriebsterben auseinander. Verursacher des Eschentriebsterbens ist ein Pilz, der »Falsches Weißes Stengelbecherchen« genannt wird. Dieser kleine Schlauchpilz wurde aus Ost-Asien nach Europa eingeschleppt und beschäftigt seit gut zehn Jahren auch die österreichischen WaldbewirtschafterInnen.

Diese stehen vor der Entscheidung, wie sie mit einzelnen Bäumen oder mit ganzen Eschenbeständen umgehen sollen. Rahmenbedingungen, wie das Forstgesetz, Naturschutzgesetze und Haftungsfragen, werfen zahlreiche Fragen auf, die im Zuge der Veranstaltung mit Exkursion diskutiert wurden.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier. Die Präsentationen zu den einzelnen Vorträge sind hier zum nachlesen.

Veranstaltung_Eschentriebsterben

 

Die Ameise im Wald

Expert-Tool Waldbegehung „Ameisen im Wald“

Am 19. September 2018 fand ein Expert-Tool Besuch auf dem Betrieb von Reinhold Steiner statt. Gemeinsam mit der Ökologin Mag. Stephanie Wohlfahrt erkundeten die TeilnehmerInnen die Welt der Ameisen im Wald.

Der Wald des Betriebes liegt im steirischen Möderbrugg auf ca. 1.200 m.ü.M. und setzt sich vorwiegend aus Fichten- und Lärchenbeständen zusammen. Ein Teil der Waldflächen beherbergt eine enorme Menge an Nestern der kleinen, kahlrückigen Roten Waldameise, Formica polyctena (über 20 Nester pro ha). Einige der Nester erreichen enorme Größen und beherbergen dementsprechend große Kolonien mit zahlreichen Königinnen. Fachliche Unterstützung gab es auch durch den lokalen Ameisenheger, Herrn Erich Heiniser, der seit vielen Jahren diese Tätigkeit ausübt und einen Lehrpfad für Kinder angelegt hat. Die Frage, warum der Wald eine so hohe Ameisendichte erlaubt und ob es Zusammenhänge mit der Bodenqualität, bzw. der im Boden vorhandenen Mykorrhiza gibt, wurde intensiv diskutiert. Dabei ging es in erster Linie auch um die Energieflüsse im Ökosystem Wald und welche enorme Leistung Ameisen hier vollbringen. Den Abschluss bildete eine von Herrn Steiner organisierte, gemeinsame Jause bei der ebenfalls von Ameisennestern umgebenen Jagdhütte im Wald.

Ameisen im Wald

 

Boden und Wald

Expert-Tool Waldbegehung „Mykorrhiza und Bodenbiodiversität“

Am 9. Juli 2018 fand ein Expert-Tool Besuch auf dem Betrieb von Dietmar Herbst statt. Gemeinsam mit dem Ökologen Heli Kammerer vom Büro Grünes Handwerk wurde über Mykorrhiza und das Leben im Boden diskutiert.

Der rd. 45 ha große Waldbesitz von Dietmar Herbst befindet sich auf der Südseite des Schöckls, vorrangig über Schöcklkalk. Auf einem weiten Teil der Flächen herrscht derzeit die Fichte vor, jedoch sind auch andere Baumarten eingestreut (Tanne, Lärche, Buche, Eiche, Ahorn, Linde, Esche, Birke, Mehlbeere, Zitterpappel,…).

Das Thema des Bodenaufbaus, der Humusbildung, der Artenvielfalt und der Stabilität eines Waldbestandes stellte den Schwerpunkt der Wanderung dar: Es wurden mehrere Bodenprofile per Schnelltest gegraben und der Bodenaufbau mit Schwerpunkt Oberbodenbeurteilung (Rohhumus, Moder, Mull) besprochen. Die Baumartenzusammensetzung wurde diskutiert und praktisch veranschaulicht, sowie deren Auswirkung auf den Aufbau des A-Horizonts vom Boden analysiert. Die unterschiedlichen Qualitäten und Zeitdauern der Humusbildung durch Verrottung der Laub- und Nadelstreu wurden praktisch beurteilt und diskutiert. Die Möglichkeiten der Naturverjüngung bzw. des gegebenenfalls notwendigen Einbringens von gewünschten Laubholzarten wurde auch im Angesicht der derzeitigen klimatischen Situation (durch menschliche Aktivitäten verstärkte Temperaturerhöhung) beleuchtet und Lösungsmöglichkeiten für die Verbesserung der ökologischen Waldstabilität ventiliert.

Dietmar Herbst ÖKOTEAM

 

Tiere im Wald

Exkursion „Tierische Bewohner im Wald“ auf dem Servicebetrieb Karl-Heinz Fraiss

Am 6. Juli 2018 fand auf dem Servicebetrieb von Karl-Heinz Fraiss in Kindberg, Steiermark, eine Exkursion mit dem Biologen Dr. Thomas Frieß vom ÖKOTEAM statt.

Bei regnerischem Wetter ging es entlang des Waldweges bis zu einem Holzlagerplatz, wo die TeilnehmerInnen das Leben im Holzhaufen und Totholz erkundeten. Im Totholz fängt das Leben für Käfern und Insekten erst an! Weiter ging‘s zu einer Wasserlacke, zu Teichen und Steinhaufen, bei denen Amphibien, Reptilien, Libellen, Insekten, etc.  ein zu Hause finden.

 Expert Tool Fraiss

Expert Tool Fraiss 2

 

Wasser und Wald

Exkursion „Feuchtlebensräume und ihre Bewohner“ auf dem Servicebetrieb Thekla Raffezeder

Am 12. Juni 2018 fand auf dem Servicebetrieb von Thekla Raffezeder in Haibach ob der Donau, Oberösterreich, eine Exkursion mit dem Ökologen Johannes Volkmer vom ÖKOTEAM statt.

Im Zuge der Begehung wurde insbesondere der Wald mit angrenzenden Weiden besichtigt. Neben zwei kleinen Tümpelquellen wurde auch ein künstlicher Teich am Waldrand schwerpunktmäßig untersucht. Zusammen mit den vorgefundenen Tieren (hauptsächlich Wirbellose, aber auch Ringelnattern und Erdkröten) wurden vor allem die ökologischen Wertigkeiten dieser Gewässer thematisiert.

Die Waldflächen sind reich an liegendem und stehendem Totholz verschiedener Laubbäume, sowie Koniferen. Stichprobenartig wurden diese auf verschiedene Xylobionten hin untersucht und besprochen. Eine angrenzende, ausgesprochen artenreiche Hochstaudenflur wurde auf diverse Wirbellose hin untersucht. Mindestens zwei Dutzend Arten aus verschiedenen Gruppen konnten so erfasst und notiert werden.

Zuletzt wurden die Problemfälle in Form von Neophyten besichtigt und besprochen. Ein etwa 900 Quadratmeter großes, sehr nasses Waldstück (im Unterwuchs dominiert Scirpus sylvaticus - Wald-Simse) wird flächig von Impatiens glandulifera - Drüsiges Springkraut besiedelt.

 Expert Tool Raffezeder 2

 

Waldbauliche Herausforderungen für den Wald

Veranstaltung „Waldbauliche Herausforderungen in Zeiten des Klimawandels – Eine Chance für die Vielfalt?“

Am 26. April 2018 fand die dritte Bildungsveranstaltung im Rahmen des Projektes im Stift Heiligenkreuz statt. Das genaue Programm finden sie hier.

Tiefgreifende Veränderungen durch Klimawandel, Globalisierung, Digitalisierung oder Urbanisierung stellen die Forstwirtschaft vor große waldbauliche und betriebswirtschaftliche Herausforderungen – von der Borkenkäferproblematik bis hin zur Entscheidung, welche Baumarten für veränderte Bedingungen am besten geeignet sind. Das bedeutet vor allem auch, die heimische Vielfalt zu nutzen, die natürlichen Waldleistungen zu fördern und die vielfältigen Abhängigkeiten und Interaktionen im Lebensraum Wald zu berücksichtigen. Eine vielfältige Baumartenzusammensetzung und das Vorkommen unterschiedlicher Strukturen kann die Widerstands- und Erholungsfähigkeit von Wäldern unterstützen. Diese ökologischen Leistungen der Vielfalt gilt es intelligent zu nutzen.

Die Veranstaltung „Waldbauliche Herausforderungen in Zeiten des Klimawandels - Eine Chance für die Vielfalt?“ behandelte genau diese Thematik. Spannende Expertenvorträge geben Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und gemeinsam diskutieren die TeilnehmerInnen über die unterschiedlichen Erfahrungen aus der Praxis.

Stift Heiligenkreuz ÖKL

Im Rahmen der Veranstaltungen erfolgten Vorträge zu unterschiedlichen Themen:

-Vielfalt im Projekt „Wir schauen auf unsere Wälder!“ (DI Stephanie Köttl, ÖKL)

-Der Borkenkäfer und seine Antagonisten (Dr. Gernot Hoch, BFW)

-Waldbauliche Optionen in Zeiten des Klimawandels (Dr. Manfred Josef Lexer, BOKU)

Im Anschluss fand eine Exkursion in den Forstbetrieb Stift Heiligenkreuz statt, Diskussionen über Waldbau im Klimawandel, Biodiversität und Nachhaltigkeit inklusive.

Stift Heiligenkreuz ÖKL

Stift Heiligenkreuz ÖKL 3

 

Das Netzwerk Wald

Veranstaltung „Netzwerke im Wald – Verknüpfungen, Zusammenhänge und gegenseitige Abhängigkeiten“

Am 23. April 2018 fand die zweite Bildungsveranstaltung im Rahmen des Projektes in der Landwirtschaftliche Fachschule St. Andrä statt. Das genaue Programm finden sie hier.

Die Netzwerke im Wald sind vielfältig und manchmal mehr, manchmal weniger offensichtlich. Im Rahmen der Veranstaltung werden ebendie­se Vernetzungen genauer beleuchtet - von den offensichtlichen Inter­aktionen zwischen dem Waldlebensraum und der Tierwelt bis hin zur unterirdischen Vernetzung und Kommunikation durch die Wurzeln und Mykorrhiza. Diese Vielfalt an Vernetzungen kann die nötige Stabilität und Resilienz in unseren heimischen Wäldern unterstützen und gewähr­leisten.

St. Andrä Umweltbüro Klagenfurt

Im Rahmen der Veranstaltungen erfolgten Vorträge zu unterschiedlichen Themen:

-Lebensraumvernetzung und Wildtiere (DI Horst Leitner)

-Kleinsäuger und Vögel im Wald – oft unterschätzt und übersehen (Mag. Stephanie Wohlfahrt)

-Mykorrhiza, das unterirdische Netzwerk im Wald (Dr. Reinhard Pekny)

-Welt im Wandel – Herausforderungen an den Waldbau (Dr. Georg Frank)

Im Anschluss fand eine Exkursion auf einen Forstbetrieb in der Umgebung statt, es wurden unterschiedliche Bestände angeschaut und über die Themen der Vorträge diskutiert inklusive waldbaulicher Aspekte und praktischen Anleitungen.

 

Waldprofis in Ausbildung

Waldökologischer Schulbesuch in der HBLA Bruck an der Mur

Am 14. März 2018 besuchte die Trainerin Mag. Stephanie Wohlfahrt im Rahmen des Umweltaktivitätstag 2018 die SchülerInnen in der HBLA Bruck an der Mur. Die rund 20 SchülerInnen diskutierten über die verschiedenen Arten der Biodiversität und machten sich dann auf die Suche nach verschiedenen Tierspuren im Wald. Ziel des Waldökologischen Schulbesuches war es, den Blick der SchülerInnen für die Biodiversität im Wald zu schulen. Entlang des Weges wurden unterschiedliche Aspekte hergezeigt und besprochen. Die Fundstücke der SchülerInnen (angefressene Zapfen, Gallen, etc.) wurden anschließend zu einem Plakat zusammengeführt.

HBLA Bruck

HBLA Bruck 2


Dieses Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union, Bund und den Ländern im Rahmen der Ländlichen Entwicklung finanziert.